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Theorie und Praxis                                     
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„Schach sehen“ vs  „Schach berechnen“

 

In meiner Partie gegen IM Roos, JL geriet ich ab dem 50. Zug immer mehr in Verlegenheit und sah mich gezwungen, meine Züge in hoher Zeitnot herunter zu blitzen. Damit achtete ich nur noch auf taktische Drohungen, für das Berechnen konkreter Spielzüge geschweige denn mittelfristiger Pläne hatte ich keine Zeit mehr. Es ging also darum, Drohungen und Paraden zu „sehen“, nicht sie zu berechnen.

 

 

Nach seinem Vorstoß 57…b3 „sah“ ich mich nach der Folge 58.axb3 a3 !? zwei Drohungen ausgesetzt, die ich glaubte, nicht gleichzeitig parieren zu können:

a) 59. bxa3 Tc3+ mit Gewinn des Bauern b3 und anschließend des Springers auf f3
b) 59. bxc4   a2   mit Damenumwandlung, da der Turm den Bauern nicht mehr aufhält.           

Ich kapitulierte also vor diesen Drohungen und zog 58.a3 um in der Folge zu verlieren. Hätte man Zeit gehabt und das Schach-Sehen mit dem Schach-Berechnen verbunden, wäre womöglich nach 58.axb3 a3 der Zug ...

c) 59. Tg2 ! aufgefallen, der dem Turm über das Feld g1 die Kontrolle des Umwandlungs-feldes ermöglicht hätte. Nach der möglichen Folge 59…Tc1 60.bxa3 Tc3+ nebst Gewinn der beiden weißen Bauern, wären die Damenflügelbauern vom Brett
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Auf 58.axb3! wäre auch die Antwort 58…Tb4 (drohend Tb3+ mit Springergewinn) nach 59.Tc2 für einen Gewinn nicht ausreichend gewesen, obwohl Schwarz nach 59…Txb3+ 60.Ke2 durch seinen permanenten Angriff auf den Bb2 risikolos auf Gewinn spielen könnte. Allerdings stehen ihm kaum noch Angriffsmarken zur Verfügung.

 

Fazit: Ohne eine konkrete Berechnung lassen sich komplizierte Positionen nicht wirklich erfolgreich behandeln. Zu groß ist die Gefahr, Nebenvarianten zu übersehen und damit die „Wahrheit“ einer Stellung nicht zu verstehen.

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In der folgenden Partie Cors-Schröder, Oliver (5.7.2007) wurde ich „Opfer“ eines Abwärtstrends. Die Partie nahm nach dem Auslassen eines Gewinnzuges im 22.Zug den folgenden Bewertungsverlauf und man erkennt deutlich, dass die Partie endgültig erst viel später, nämlich im 32. Zug gekippt ist. Der Abwärtstrend begann aber viel früher - mit einer Serie von schwachen Zügen, bis schließlich ein finaler Patzer den Schlusspunkt setzt.

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Und so hätte die Partie verlaufen können, falls Weiß nach 22.Dh3 h5 23.Dd3 Tce8 24.h3 Te3 25.Lxe3 Txe3 26.Dd1 Dc3  27.Sf3 Dxa1 28. Dxa1 Lxa1 29.Txa1 ! fortgesetzt hätte:
(siehe Bewertungsprofil rechts)

 

 

(wird fortgesetzt)

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